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Einzelcoaching in den Herbstwochen: Vortrag und Gewohnheiten gezielt schärfen

Katharina Lenz

5 Min. Lesezeit

Warum die dunkleren Monate ein guter Zeitpunkt sind, im Einzelcoaching am Vortrag und an eigenen Gewohnheiten zu arbeiten, und wie Sie die Sitzungen vorbereiten.

Warum der Herbst für Einzelarbeit taugt

Mitte Herbst wird es im Studio merklich stiller. Die Reisesaison ist vorbei, viele Kalender füllen sich mit Jahrestagungen, Kundenveranstaltungen und Keynotes für den Jahresabschluss. Genau deshalb fragen in diesen Wochen mehrere Redner nach einzelnen Sitzungen: Sie wissen, dass ein Auftritt näher rückt, und möchten ihn nicht mit alten Gewohnheiten bestreiten.

Einzelcoaching bedeutet bei uns, dass wir an Ihrem tatsächlichen Vortrag arbeiten, nicht an einem Musterbeispiel. Wir hören Ihnen zu, beobachten Stand, Atem und Tempo und legen fest, was sich ändern soll und was bleiben darf. Der Herbst eignet sich dafür, weil zwischen Sitzung und Auftritt meist noch ein paar Wochen liegen. Veränderungen in Atmung und Haltung brauchen Wiederholung, und die gelingt am besten ohne Zeitdruck.

Ich beobachte außerdem, dass Menschen im Herbst gesammelter üben. Der Alltag richtet sich nach innen, Termine sind besser planbar, und der Wunsch, vor dem Jahreswechsel noch etwas zu klären, ist spürbar. Das kommt der ruhigen, genauen Arbeit entgegen, die wir in den Sitzungen pflegen.

Der aktuelle Vortrag als Arbeitsmaterial

Bringen Sie den Text oder die Gliederung mit, die Sie in den nächsten Wochen tatsächlich halten werden. Wir arbeiten an diesem Material, weil sich Stimme und Körper immer am konkreten Inhalt zeigen. Ein Satz, den Sie innerlich zweifelnd sprechen, klingt anders als einer, hinter dem Sie stehen, und das hören wir sofort.

In der ersten Sitzung sprechen Sie meist ein Stück Ihres Vortrags, ohne dass ich eingreife. Ich notiere, wo der Atem flach wird, wo das Tempo anzieht und wo die Schultern hochgehen. Danach gehen wir diese Stellen einzeln durch. Oft genügt eine kleine Korrektur, etwa eine bewusst gesetzte Pause vor dem wichtigen Gedanken, damit der ganze Abschnitt ruhiger und klarer wirkt.

Je näher der Termin rückt, desto mehr verschiebt sich die Arbeit vom Erkunden zum Festigen. Wir wiederholen die Schlüsselstellen, bis sie sich vertraut anfühlen, und lassen Raum für die Frage, wie viel Vorbereitung Ihnen persönlich guttut.

  • Aktuellen Text oder Stichpunkte mitbringen
  • Eine Stelle benennen, die Ihnen unsicher erscheint
  • Den Ort des Auftritts kurz beschreiben

Persönliche Gewohnheiten erkennen

Jeder Redner hat Muster, die ihm selbst kaum auffallen: das Verlagern des Gewichts, das Räuspern vor dem ersten Satz, das Beschleunigen am Ende eines Gedankens. Im Einzelcoaching machen wir diese Gewohnheiten sichtbar, ohne sie zu bewerten. Zuerst geht es um Wahrnehmung, dann um die Frage, ob ein Muster Sie stützt oder stört.

Manche Gewohnheiten sind Ressourcen. Wer beim Sprechen ruhig die Hände öffnet, wirkt zugewandt, und das sollten Sie behalten. Andere entstehen aus Anspannung und lassen sich durch eine veränderte Atemführung entschärfen. Wir ersetzen nichts durch Technik, sondern bieten Ihnen eine Alternative an, die Sie ausprobieren und bei Bedarf wieder verwerfen können.

Gerade im Herbst, wenn der Körper nach dem Sommer wieder mehr Zeit im Sitzen verbringt, zeigen sich Haltungsgewohnheiten deutlicher. Ein kurzer Blick auf Stand und Schultern zu Beginn jeder Sitzung hilft uns, den Tag sinnvoll zu beginnen.

Kleine Übungen für die kommenden Wochen

Zwischen den Sitzungen brauchen Sie keine langen Übungsprogramme. Zwei bis drei kurze Einheiten am Tag genügen, wenn sie gezielt sind. Wir legen gemeinsam fest, welche das für Sie sind, damit Sie nicht zu viel auf einmal verändern wollen und am Ende nichts davon wirklich verankern.

Eine bewährte Übung ist das ruhige Ausatmen auf einem langen, weichen Ton, im Stehen und mit entspannten Knien. Sie dauert wenige Minuten und stellt den Atem auf die Länge ein, die ein Satz braucht. Eine andere besteht darin, den ersten Satz Ihres Vortrags mehrmals laut und langsam zu sprechen, jeweils mit einer anderen Pause davor.

Wichtig ist, dass Sie die Übungen in der Umgebung wiederholen, in der Sie später sprechen. Wer in einem halligen Saal auftritt, übt einmal bewusst dort, sofern das möglich ist, oder zumindest in einem größeren Raum. So gewöhnt sich Ihre Stimme an die Weite.

  • Langer Ton auf der Ausatmung, wenige Minuten
  • Ersten Satz mit wechselnden Pausen sprechen
  • Einmal im Raum des Auftritts üben, wenn möglich

Wie viele Sitzungen sinnvoll sind

Eine feste Zahl nennen wir nicht, weil sie von Ihrem Ausgangspunkt und vom Termin abhängt. Manche Redner kommen zu wenigen Sitzungen vor einem wichtigen Auftritt, andere begleiten wir über den ganzen Herbst. Wir besprechen das offen im ersten Gespräch und passen es an, wenn sich zeigt, dass mehr oder weniger genügt.

Als Faustregel gilt: Planen Sie zwischen den Sitzungen genug Zeit zum Üben ein. Wer jeden Tag eine Sitzung nimmt, hat keine Gelegenheit, Neues zu festigen. Ein Rhythmus mit Abstand von einigen Tagen oder einer Woche lässt Veränderungen sacken und macht die nächste Sitzung ergiebiger.

Wenn Sie parallel an mehreren Auftritten arbeiten, etwa einer Keynote und einer internen Präsentation, bringen Sie beide mit. Wir ordnen sie nach Dringlichkeit und nutzen Gemeinsamkeiten, damit Sie nicht doppelt üben müssen.

Ihre Vorbereitung auf die erste Sitzung

Kommen Sie in Kleidung, in der Sie sich bewegen können, und mit Schuhen, die Sie auch am Rednerpult tragen würden. Das klingt nebensächlich, verändert aber Stand und Haltung spürbar. Bringen Sie außerdem eine kurze Notiz mit, was Sie an Ihren bisherigen Auftritten stört und was Sie ausdrücklich beibehalten möchten.

Wir beginnen ruhig, mit einem Gespräch über Anlass, Publikum und Ihre Erfahrungen. Danach sprechen Sie, wir beobachten, und am Ende halten wir fest, woran Sie bis zur nächsten Sitzung arbeiten. Sie verlassen das Studio mit einer überschaubaren Aufgabe, nicht mit einer langen Liste.

Alles, was in den Sitzungen besprochen wird, bleibt im Raum. Diskretion gehört zu unserer Arbeit, besonders wenn es um Vorträge geht, die noch nicht öffentlich sind. Das ermöglicht es Ihnen, auch Unfertiges und Unsicheres zu zeigen.

  • Bequeme Kleidung und Auftrittsschuhe
  • Notiz zu Wünschen und Störendem
  • Unfertiges Material ist ausdrücklich willkommen

Die Herbstwochen bieten Ruhe, Planbarkeit und genug Abstand zum nächsten Auftritt, um Gewohnheiten wirklich zu verändern. Im Einzelcoaching arbeiten wir an Ihrem Vortrag, an Ihrem Atem und an dem, was Sie persönlich ausmacht. Wer jetzt beginnt, geht mit einem vertrauten, ruhigen Auftritt in den Jahresabschluss. Sie können jederzeit über die Anfrage ein erstes Gespräch vereinbaren.

Geschrieben von

Katharina Lenz

Leitung Stimme und Resonanz

Sängerin und Stimmpädagogin mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Rednern und Führungskräften.

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